Vollbesetzter IC-Zug: Wie Fußballfans und das Deutschlandticket die Bahn herausfordern
Hans D. FinkeVollbesetzter IC-Zug: Wie Fußballfans und das Deutschlandticket die Bahn herausfordern
Vollbesetzter IC-Zug von Berlin Ostkreuz nach Dresden: Fußballfans und das Deutschlandticket
Am Samstag war ein IC-Zug von Berlin Ostkreuz nach Dresden bis auf den letzten Platz mit Fußballfans gefüllt. Die meisten von ihnen waren auf dem Weg nach Leipzig, wo RB Leipzig gegen den Hamburger SV spielte. Der plötzliche Andrang an Fahrgästen steht im Zusammenhang mit dem seit Mai 2023 eingeführten Deutschlandticket, das die Nutzung des Regionalverkehrs weiter beflügelt – auch wenn der Effekt auf den Fernverkehr bisher geringer ausfällt.
Als der Zug Berlin verließ, drängten sich die Fans in den Waggons, einige standen sogar auf den Treppen zum Oberdeck. Unter ihnen befand sich ein treuer Hamburger-Anhängers, umgeben von Rivalen in Leipzig-Trikots. Drei von ihnen hatten bereits die reservierten Plätze besetzt, sodass andere um Sitzgelegenheiten kämpfen mussten.
Nach dem Ausstieg der Fußballfans in Leipzig ordneten sich die verbleibenden Reisenden neu. Am Ende saßen sechs Personen auf vier Plätzen, was die Fahrt zu einer geselligen Angelegenheit machte. Draußen zog eine graue, flache Landschaft vorbei, während der Zug in Richtung Dresden rollte.
Das Deutschlandticket hat die Fahrgastzahlen im Regionalverkehr deutlich steigen lassen, doch auf IC-Strecken wie Berlin–Dresden fällt der Effekt weniger stark aus. Das Pauschalticket gilt vor allem für Nahverkehrszüge, auch wenn einige Studien leichte Zuwächse im Fernverkehr zu ruhigeren Zeiten zeigen – etwa, wenn Reisende es für Anschlussfahrten nutzen.
In Dresden traf der Zug mit einer Mischung aus erleichterten und gesprächigen Fahrgästen ein. Während das Deutschlandticket den Regionalverkehr revolutioniert hat, bleibt sein Einfluss auf den IC-Fernverkehr vorerst begrenzt. Noch immer sorgen Großereignisse wie Fußballspiele für die größten Nachfragespitzen.






