02 February 2026, 10:27

Warnstreiks legen Nahverkehr in Nordostdeutschland komplett lahm

Ein detaillierter Grundrissplan des ehemaligen Bundeskanzleramts, der den Aufbau des Gebäudes mit verschiedenen Räumen und Textanmerkungen zeigt.

Arbeitgeber: 35-Stunden-Woche nicht bezahlbar - Warnstreiks legen Nahverkehr in Nordostdeutschland komplett lahm

Öffentlicher Nahverkehr in Nordostdeutschland am 2. Februar 2026 komplett lahmgelegt

Am 2. Februar 2026 kam der öffentliche Nahverkehr in weiten Teilen Nordostdeutschlands zum Erliegen, nachdem Warnstreiks die Verkehrsbetriebe lahmlegten. Rund 100.000 Beschäftigte bundesweit – darunter etwa 2.800 in Mecklenburg-Vorpommern – waren in den Tarifkonflikt zwischen Arbeitgebern und der Gewerkschaft Verdi verwickelt. Busse und Straßenbahnen blieben in den Städten und Landkreisen des Bundeslandes in den Depots, sodass Pendler:innen stranden.

Auslöser der Streiks war die Forderung von Verdi nach einer Verkürzung der Wochenarbeitszeit von 39 auf 35 Stunden – und das bei vollem Lohnausgleich. Die Arbeitgeber in der Region lehnten den Vorschlag kategorisch ab und bezeichneten ihn als unrealistisch. Carola Freier, Geschäftsführerin des Kommunal-Arbeitgeberverbandes (KAV), argumentierte, die Forderung entspreche faktisch einer Lohnerhöhung von elf Prozent – eine Belastung, die die kommunalen Haushalte nicht stemmen könnten.

Etwa 80 Prozent des öffentlichen Nahverkehrs in Mecklenburg-Vorpommern fielen für den Tag aus. Freier warf Verdi vor, die Streiks seien nicht von regionalen Problemen getrieben, sondern von der Bundesführung der Gewerkschaft zentral gesteuert. Sie betonte, die regionalen Verhandlungen seien keineswegs gescheitert – vielmehr liege die Ursache für die Störungen in der übergeordneten Strategie des Verbandes.

Eine dritte Verhandlungsrunde ist nun für den 16. Februar in Rostock angesetzt. Der Konflikt betrifft nicht nur den Nordosten, sondern auch die Nahverkehrsnetze in Berlin, Hamburg und Bremen, wo ähnlich gelagerte Tarifgespräche laufen.

Die Warnstreiks haben bereits tausende Beschäftigte und Fahrgäste mit Verspätungen und Ausfällen konfrontiert. Da eine Einigung in weiter Ferne scheint, wird die nächste Verhandlungsrunde zeigen, ob weitere Streiks drohen. Das Ergebnis wird zudem richtungsweisend für künftige Tarifabschlüsse im öffentlichen Nahverkehr in ganz Deutschland sein.