01 February 2026, 04:38

Warum Saublodern in Baden-Württemberg mit Kuhblasen immer lauter knallen

Ein altes Postkartenmotiv mit drei tanzenden Schweinen

Stinkend und laut - der seltsame Brauch mit Schweinsblasen - Warum Saublodern in Baden-Württemberg mit Kuhblasen immer lauter knallen

Faschingsbräuche in Baden-Württemberg halten an einer lauten und ungewöhnlichen Tradition fest – den Saublodern. Diese aufgeblasenen Schweineblasen erzeugen beim Aufschlagen auf den Boden ein scharfes Knallgeräusch, das Umzugszuschauer erschreckt. Während die meisten Zünfte nach wie vor auf Schweineblasen setzen, greifen immer mehr auf Kuhblasen zurück – wegen ihrer Größe und Haltbarkeit.

Die Saublodern-Tradition sieht vor, dass Schweineblasen mit Druckluft gefüllt und an einen Hagenschwanz gebunden werden – oftmals Stiergenitalien oder eine Kuhschwanzquaste. Beim Aufprall entsteht ein ohrenbetäubender Knall, der symbolisch den Platzen von Eitelkeit und Übermut während der Faschingszeit darstellen soll. Jede Blase hält in der Regel etwa zwei bis drei Umzüge durch, bevor sie ersetzt werden muss.

Die Vorbereitung eines Saubloders erfordert sorgfältiges Vorgehen: Die Blasen werden entleert, in Lake eingeweicht, gereinigt und auf Beschädigungen überprüft, bevor sie aufgeblasen werden. Traditionell beziehen die Zünfte sie von örtlichen Metzgern, doch wie viele jährlich zum Einsatz kommen, wird nirgends offiziell erfasst.

In jüngerer Zeit steigen einige Faschingsgruppen auf Kuhblasen um. Diese sind größer, robuster und halten den Belastungen während der Umzüge besser stand. Zwar hat sich in keiner Region flächendeckend durchgesetzt, doch besonders in Rottweil, Rottenburg und auf der Schwäbischen Alb ist der Wandel spürbar.

Ob Schweine- oder Kuhblasen – die Wahl bleibt eine Frage der lokalen Vorliebe. Die Zünfte passen die Tradition an, um Lärmwirkung und Praktikabilität in Einklang zu bringen. Vorerst knallen noch beide Varianten der Saublodern durch die Faschingsmengen und halten so den Brauch am Leben.