31 December 2025, 16:57

Weltweit stärkster Elektrolyseur startet in Rotterdam – ein Meilenstein für grünen Wasserstoff

Ein Auto-Motor mit sichtbaren Rohren und einer Batterie.

Weltweit stärkster Elektrolyseur startet in Rotterdam – ein Meilenstein für grünen Wasserstoff

Ein großer Fortschritt für Europas grüne Wasserstoffwirtschaft ist mit der Inbetriebnahme des weltweit leistungsstärksten Hochtemperatur-Elektrolyseurs gelungen. Das 2,6-Megawatt-System, das im Neste-Werk in Rotterdam installiert wurde, ist Teil des MultiPLHY-Projekts – einer Zusammenarbeit zwischen Sunfire, Neste, Engie und dem französischen Forschungsinstitut CEA. Die Europäische Clean Hydrogen Partnership hat die Inbetriebnahme als Meilenstein für den europäischen Elektrolyseur-Sektor gewürdigt.

Der von Sunfire entwickelte Elektrolyseur besteht aus zwölf Modulen und produziert stündlich 60 Kilogramm grünen Wasserstoff. Er arbeitet bei 850 Grad Celsius und nutzt Abwärme aus der Raffinerie, um einen Wirkungsgrad von 84 Prozent (LHV,AC) zu erreichen. Das System ist nun in den Betrieb von Neste integriert, um zu testen, ob grüner Wasserstoff fossilen Wasserstoff in Raffinerieprozessen ersetzen kann.

Das MultiPLHY-Konsortium vereint 13 Partner aus sieben europäischen Ländern, darunter Forschungseinrichtungen wie das Fraunhofer ISI und Tecnalia, Hochschulen wie die TU Berlin und die Universität Ljubljana sowie Industrieunternehmen wie Centrica und Gas Networks Ireland. Das seit November 2019 laufende Projekt endet im Oktober 2023.

Ein anstehendes Testprogramm soll die Leistung der Technologie im Dauerbetrieb unter industriellen Bedingungen bewerten. Neste strebt an, durch den Einsatz von grünem Wasserstoff die Treibhausgasemissionen zu senken, während Sunfire auf früheren Versuchen im Rahmen des EU-Projekts GrInHy2.0 aufbaut. Das Unternehmen erwartet, dass seine Elektrolyseure der nächsten Generation einen Wirkungsgrad von 89 Prozent erreichen werden.

Das Projekt stellt einen bedeutenden Schritt bei der Skalierung der Hochtemperatur-Elektrolyse für den industriellen Einsatz dar. Bei Erfolg könnte die Technologie Raffinerien helfen, sich von fossilem Wasserstoff zu verabschieden und gleichzeitig die Energieeffizienz zu steigern. Die Ergebnisse werden mit Spannung erwartet, während Europa auf sauberere Industrieprozesse hinarbeitet.