06 January 2026, 10:46

Wie Caspar, Melchior und Balthasar zu ihren **Namen** und Kronen kamen

Ein Buch mit einer Abbildung von Menschen und Text auf dem Cover.

Die Drei Weisen Caspar, Melchior und Balthasar: Wer sind sie? - Wie Caspar, Melchior und Balthasar zu ihren **Namen** und Kronen kamen

Die Legende der Heiligen Drei Könige prägt die christliche Tradition seit Jahrhunderten. Bekannt als die Weisen aus dem Morgenland oder einfach als die Könige, verbindet ihre Geschichte biblische Bezüge mit späteren Ergänzungen. Doch viele Details – darunter ihre Namen und königliche Würde – entstanden erst lange nach der Abfassung der Bibel.

Die einzige biblische Erwähnung der Weisen findet sich im Matthäus-Evangelium, das um 4–6 v. Chr. verfasst wurde. Dort werden sie als Sterndeuter aus dem Osten beschrieben, die einem himmlischen Zeichen nach Bethlehem folgten. Sie brachten dem Jesuskind Gold, Weihrauch und Myrrhe als Gaben – doch der Text nennt weder ihre Anzahl noch ihre Namen oder königlichen Titel.

Bis zum 6. Jahrhundert hatte sich die Überlieferung auf drei Gestalten festgelegt, passend zu den drei Gaben. Ihre Namen – Caspar, Melchior und Balthasar – setzten sich etwa zur gleichen Zeit durch. Im Laufe der Jahrhunderte wurden sie zu Symbolfiguren für Könige aus Afrika, Asien und Europa, wobei einer von ihnen oft mit dunkler Hautfarbe dargestellt wird. Diese Darstellung hat mitunter Debatten über rassische Repräsentation in der religiösen Kunst ausgelöst. Die Legende ihrer Reliquien lässt sich bis nach Konstantinopel und später nach Mailand zurückverfolgen. 1164 brachte Erzbischof Rainald von Dassel sie als Kriegsbeute nach Köln, nachdem Friedrich Barbarossa Mailand erobert hatte. Die Gebeine wurden im Dreikönigsschrein beigesetzt, einer goldenen Reliquienkammer, die zwischen 1180 und dem frühen 13. Jahrhundert von Nikolaus von Verdun geschaffen wurde. Noch heute ruhen die Reliquien im Kölner Dom, wo sie jedes Jahr am 6. Januar, dem Fest Epiphanias, verehrt werden.

Epiphanias bleibt in Teilen Deutschlands, Österreichs und der Schweiz ein gesetzlicher Feiertag. Die Geschichte der Heiligen Drei Könige, obwohl sie über ihre biblischen Wurzeln hinausgewachsen ist, spielt weiterhin eine zentrale Rolle in den christlichen Feierlichkeiten. Ihre Reliquien in Köln ziehen Pilger an und halten die jahrhundertealte Legende lebendig.