21 December 2025, 12:36

Wo Sachsen im Wasserstoffnetzwerk steht - und was 2026 kommt

Ein Gebäude, ein Gewässer und ein Auto auf einer grünen Fläche.

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Wo Sachsen beim Wasserstoffnetz steht – und was 2026 kommt

Sachsen treibt den Aufbau eines Wasserstoff-Pipelinenetzes voran und will bis 2032 wichtige Industrieregionen verbinden. Die erste Phase vernetzt Dresden, Leipzig, Zwickau, die Lausitz und Meißen, um Erzeugern und Verbrauchern den Umstieg auf saubere Energien zu ermöglichen. Experten betonen, dass Wasserstoff entscheidend ist, um in Branchen Emissionen zu senken, in denen eine reine Elektrifizierung nicht ausreicht.

In der Anfangsphase werden rund 120 Kilometer bestehender Leitungen für den Wasserstofftransport umgerüstet. Der Netzbetreiber Ontras, zuständig für Ostdeutschland, rechnet damit, dass dieses Startsystem bis Mitte 2028 betriebsbereit sein wird. Die Bundesnetzagentur hat bereits die Anbindung des Meißner Industriegebiets und der Region Dresden bis dahin bestätigt.

Andere Gebiete wie Bautzen, Görlitz und die Sächsische Schweiz-Osterzgebirge sind in dieser ersten Ausbaustufe noch nicht vorgesehen, da konkrete Pläne für ihre Einbindung bisher fehlen. Die ersten Abschnitte des Kernnetzes in Ostdeutschland sollen ab 2028 schrittweise in Betrieb gehen.

Ein wichtiger Meilenstein steht 2026 an: Dann beginnen die Betreiber, buchbare Transportkapazitäten anzubieten. Unternehmen können ab diesem Zeitpunkt Zeitslots für die Einspeisung oder Entnahme von Wasserstoff reservieren und so ihre Versorgung sichern. Gleichzeitig nehmen die Arbeiten an der Umrüstung zentraler Leitungsabschnitte Fahrt auf – darunter ein Projekt zum Ersatz von Erdgasleitungen im Norden Leipzigs.

Das BMW-Werk in Leipzig wird ab Mitte 2027 als erste Automobilfabrik weltweit über eine Wasserstoff-Pipeline beliefert. Dies unterstreicht die Bedeutung des Netzes für große Industriekunden. Parallel dazu soll die Initiative „Net Zero Valley Lausitz“ die Lausitz zu einer Modellregion für klimaneutrale Industrie machen – mit Wasserstoff als Schlüsseltechnologie.

Durch den Ausbau des Netzes können Industriebetriebe fossile Brennstoffe durch Wasserstoff ersetzen, insbesondere in Hochtemperaturprozessen. Da Pipelines den ineffizienten Straßentransport ablösen, könnte das sächsische Projekt zum Vorbild für den Hochlauf der Wasserstoffwirtschaft in ganz Deutschland werden. Die ersten Transportkapazitäten stehen ab Anfang 2026 zur Buchung bereit – ein entscheidender Schritt auf dem Weg zum Zieljahr 2032.