07 April 2026, 14:36

Zwei Statuen, zwei Geschichten: Gedenken und Streit um historische Symbole

Außenansicht des Houstoner Holocaust-Museums mit eingravierter Textwand, Gedenksteine, Landschaftsgestaltung, vorbeifahrenden Fahrzeugen und einem bewölkten Himmel.

Zwei Statuen, zwei Geschichten: Gedenken und Streit um historische Symbole

An der Seite einer ländlichen Straße in Brandenburg steht leise eine Stahlstatue einer Frau und glänzt im Frühlingslicht. Sie ehrt die Menschen, die während des Zweiten Weltkriegs auf dem Gut Neuendorf im Sande zur Zwangsarbeit gezwungen wurden. Das Denkmal wurde 2018 auf Initiative des Bruders von Jutta Baumwol errichtet, einer Opfer des Holocaust.

Unterdessen wurde in Washington D.C. eine weitere Statue aufgestellt – diesmal eine Darstellung von Christoph Kolumbus in der Nähe des Weißen Hauses. Die Aufstellung erfolgte während der Black-Lives-Matter-Proteste als Reaktion auf die wachsende kritische Auseinandersetzung mit der kolonialen Vergangenheit Amerikas.

Das Brandenburger Denkmal markiert einen Ort des Gedenkens am Eingang des Guts Neuendorf im Sande. Jutta Baumwol, die in diesem Jahr 101 Jahre alt geworden wäre, wurde von dort nach Auschwitz deportiert und ermordet. Heute versammeln sich Menschen an der Statue am Holocaust-Gedenktag (27. Januar) und am Tag der Befreiung (8. Mai).

Auf der anderen Seite des Atlantiks ließ Präsident Donald Trump die Kolumbus-Statue auf der Nordseite des Eisenhower Executive Office Building aufstellen. Italienisch-amerikanische Organisationen unterstützten den Schritt und deuteten ihn als Feier des kulturellen Erbes. Die zeitliche Platzierung fiel jedoch mit landesweiten Protesten gegen rassistische Ungerechtigkeit und koloniale Gewalt zusammen.

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Die beiden Statuen – die eine ein Denkmal für Opfer von Unterdrückung, die andere eine Figur, die mit Eroberung verbunden wird – stehen nun als gegensätzliche Symbole in verschiedenen Teilen der Welt.

Das Brandenburger Mahnmal bleibt eine stille, aber kraftvolle Erinnerung an das Kriegsleid. In Washington sorgt die Kolumbus-Statue weiterhin für Debatten über historische Vermächtnisse. Beide dienen als Kristallisationspunkte des Gedenkens, wenn auch aus sehr unterschiedlichen Gründen.

Quelle