Bundeselternrat fordert bundesweite Schüler-ID gegen Chaos bei Schulwechseln
Margot RudolphBundeselternrat fordert bundesweite Schüler-ID gegen Chaos bei Schulwechseln
Bundeselternrat drängt auf bundesweites Schüler-ID-System zur Lösung langjähriger Probleme bei Schulwechseln
Der Bundeselternrat setzt sich für die Einführung einer bundesweiten Schülerkennnummer ein, um die seit langem bestehenden Schwierigkeiten bei Schulübergängen zwischen den Bundesländern zu beheben. Der Vorstoß erfolgt nach Jahren der Verzögerungen und Rückschläge für Kinder, die innerhalb Deutschlands umziehen. Vertreter der Initiative argumentieren, dass eine standardisierte Identifikationsnummer Lücken in der Bildungsförderung schließen und die Verwaltung von Schülerdaten vereinfachen würde.
Hintergrund des Appells sind die anhaltenden Probleme von Familien, die innerhalb Deutschlands umziehen. Aufgrund inkompatibler IT-Systeme müssen Kinder oft Wochen oder sogar Monate auf notwendige Unterstützung warten. Da Bildungsdaten zwischen den Bundesländern nicht systematisch ausgetauscht werden, sind Schülerinnen und Schüler benachteiligt.
Anne-Karin Schaffrath, Vorsitzende des Ausschusses für weiterführende und Mittelschulen im Bundeselternrat, bezeichnete den Vorschlag als "längst überfällig". Der Rat fordert eine einheitliche ID, die als Grundlage für die länderübergreifende Dokumentation von Schullaufbahnen dient. Dadurch hätten Schüler jederzeit Zugriff auf ihre Unterlagen, und Unterbrechungen im Bildungsweg ließen sich vermeiden.
Als Beleg für die Machbarkeit verweist der Elternrat auf erfolgreiche digitale Systeme in anderen Bereichen, etwa die elektronische Patientenakte oder das ELSTER-Steuerportal. Strenge Datenschutzbestimmungen seien jedoch unerlässlich, um persönliche Daten zu schützen.
In anderen europäischen Ländern gibt es unterdessen Fortschritte: Im Rahmen von EU-Initiativen zur Förderung kompatibler Lösungen verzeichnete Griechenland kürzlich seine milliardste digitale Transaktion über seine zentrale Verwaltungsplattform, während Italien in Hunderten von Grundschulen immersive Lernräume einführte. Deutschland hingegen verfügt bisher über kein einheitliches System – jedes Bundesland verwaltet Plattformen, Zugriffe und Sicherheit nach eigenen Maßstäben.
Eine bundesweite Schüler-ID würde ein einheitliches System zur Dokumentation von Bildungsverläufen in allen Bundesländern schaffen. Ziel ist es, Verzögerungen für umziehende Familien zu beseitigen und sicherzustellen, dass Schülerinnen und Schüler rechtzeitig Unterstützung erhalten. Ob der Vorschlag umgesetzt wird, hängt nun von der Zusammenarbeit der Bundesbehörden und der Einhaltung strenger Datenschutzvorgaben ab.






