Bundesnetzagentur bekommt schärfere Cybersecurity-Waffen gegen digitale Angriffe
Margot RudolphBundesnetzagentur bekommt schärfere Cybersecurity-Waffen gegen digitale Angriffe
Bundesnetzagentur erhält erweiterte Befugnisse zur Bewertung von Cyberbedrohungen
Mit der neuen NIS-2-Richtlinie erhält die deutsche Bundesnetzagentur weitreichendere Kompetenzen bei der Einschätzung von Cybersecurity-Risiken. Ein neu entwickeltes Bewertungssystem soll der Behörde ermöglichen, Vorfälle im Energiesektor präziser zu analysieren. Das System wurde von Forschenden des Fraunhofer-Instituts für Optronik, Systemtechnik und Bildauswertung (IOSB-AST) erarbeitet.
Das Rahmenwerk führt einen strukturierten Ansatz zur Vorfallsbewertung ein. Es beginnt mit der Datenerfassung, gefolgt von einer vertieften Voranalyse und einer umfassenden Folgenabschätzung. Dabei werden auch wirtschaftliche und systemische Auswirkungen berücksichtigt.
Im Zentrum des Systems steht ein dreistufiges, risikobasiertes Klassifizierungsmodell, das es der Bundesnetzagentur ermöglicht, Vorfälle nach ihrer Schwere einzuordnen. Die Methodik orientiert sich an bestehenden europäischen Standards, darunter dem Klassifizierungssystem für Cyberangriffe der ENTSO-E.
Als zentrale Datenquelle dient das Marktstammdatenregister Deutschlands. Die Bundesnetzagentur wird das System zunächst testen und einführen, eine spätere Ausweitung auf untere operationelle Ebenen ist denkbar. Ziel ist eine ganzheitlichere Auswertung von Sicherheitsmeldungen im Energiesektor.
Das neue Rahmenwerk stärkt die Handlungsfähigkeit der Bundesnetzagentur im Umgang mit Cyberbedrohungen. Es schafft eine klarere Struktur für die Risikobewertung und die Ableitung geeigneter Maßnahmen. Langfristig könnte das System auch über den Energiesektor hinaus Anwendung finden und das Incident-Management auf verschiedenen operationellen Ebenen verbessern.






