03 April 2026, 10:21

Deutschland erhält erste LNG-Lieferungen aus dem Oman trotz Golfkrise

Liniengraph, der die Öl- und Erdölproduktion, -importe und -exporte der USA im Zeitverlauf zeigt, mit begleitendem erklärendem Text.

Deutschland erhält erste LNG-Lieferungen aus dem Oman trotz Golfkrise

Deutschland beginnt mit ersten Flüssigerdgas-Lieferungen aus dem Oman

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Deutschland hat die ersten Lieferungen von verflüssigtem Erdgas (LNG) aus dem Oman erhalten. Die Ankünfte markieren den Start eines langfristigen Versorgungsabkommens – und das zu einer Zeit, in der die Spannungen in der Golfregion eskalieren und globale Energiehandelsrouten stören.

Die Lieferungen trafen wie geplant im Rahmen einer Vereinbarung aus dem Jahr 2023 zwischen dem deutschen Energieunternehmen SEFE und Oman LNG ein. Der auf vier Jahre angelegte Vertrag, der offiziell 2026 in Kraft treten soll, sieht jährlich 0,58 Milliarden Kubikmeter LNG vor. Dank seiner Lage östlich der Straße von Hormus blieb der Oman von der anhaltenden Blockade verschont, die seit März 2025 etwa ein Fünftel des weltweiten LNG-Handels zum Erliegen gebracht hat.

Die Straße von Hormus, ein entscheidender Engpass für den globalen Energiefluss, bleibt aufgrund des Israel-Iran-Konflikts und gegnerischer Militäraktionen gesperrt. Europa ist daher gezwungen, nach alternativen Lieferanten zu suchen – darunter Norwegen, die Niederlande sowie neue LNG-Terminals. Einige Branchenexperten spekulieren, Russland könnte unter bestimmten Bedingungen, etwa bei langfristigen und preisgünstigen Verträgen, erneut als potenzieller Lieferant in Frage kommen. Gleichzeitig sieht sich Katar, einer der größten LNG-Exporteure, schweren Störungen ausgesetzt, was die globale Versorgung weiter verknappt.

Trotz seines geografischen Vorteils bleibt auch der Oman nicht vollständig von der regionalen Instabilität verschont. Iranische Angriffe richteten sich bereits gegen nahegelegene Energieinfrastrukturen und beeinträchtigten die Produktion im Golf. Der Logistikkonzern MSC hat seine Exporte aus der Region bereits eingestellt – eine zusätzliche Belastung für die globalen Energiemärkte.

Die LNG-Lieferungen aus dem Oman an SEFE laufen vorerst ohne Unterbrechung weiter. Der Vertrag sichert Deutschland eine stabile Versorgung, während die geopolitischen Spannungen die globalen Energieflüsse umgestalten. Europas wachsende Abhängigkeit von alternativen Bezugsquellen unterstreicht die langfristigen Folgen der Golfkrise für den Welthandel.

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