Weißes Geisterrad in Zwintschöna mahnt für mehr Verkehrssicherheit nach tödlichem Unfall
Elfriede WielochWeißes Geisterrad in Zwintschöna mahnt für mehr Verkehrssicherheit nach tödlichem Unfall
Ein weißes Geisterrad steht nun am Friedrichsbad in Zwintschöna als stummer Mahnmal für einen 64-jährigen Radfahrer, der bei einem Unfall ums Leben kam. Das Fahrrad wurde dort vom ADFC Halle-Saalekreis aufgestellt, um des Opfers zu gedenken und sichere Straßen zu fordern. Die Initiative wirft den Behörden vor, Radfahrer auf gefährlichen Strecken nicht ausreichend zu schützen.
Der tödliche Zusammenstoß ereignete sich am 20. Juni 2025, als der Radfahrer auf der Landesstraße 167 von einem Auto erfasst wurde. Fast zehn Monate später, am 1. April 2026, installierte der ADFC das Geisterrad – das erste seiner Art in Sachsen-Anhalt. Solche weiß gestrichenen Fahrräder dienen weltweit als Mahnmale für Verkehrsopfer und als Appell für mehr Verkehrssicherheit.
Der ADFC übt scharfe Kritik am Landesbetrieb Straßenbau und Verkehr Sachsen-Anhalt (LSBB), weil entlang der Landesstraße 167 keine separaten Radwege gebaut wurden. Radfahrer seien dort dem schnellen Autoverkehr schutzlos ausgeliefert. Gefordert wird unter anderem eine sofortige Reduzierung der Höchstgeschwindigkeit auf 70 km/h an der Kreuzung Reideburger Straße / Am Friedrichsbad.
Doch der Fall steht für ein größeres Problem: Die Initiative verlangt einen grundsätzlichen Kurswechsel in der Verkehrspolitik. Sachsen-Anhalt solle sich der Vision Zero verpflichten – dem langfristigen Ziel, Verkehrsunfälle mit Toten oder Schwerverletzten vollständig zu vermeiden. Ohne geschützte Radwege und Tempolimits blieben Landstraßen für Radfahrer lebensgefährlich, warnt der ADFC.
Das Geisterrad am Friedrichsbad ist zugleich Gedenkstätte und Protestsymbol. Es macht auf die Lücken in der Radinfrastruktur aufmerksam, die der ADFC dringend behoben sehen will. Bisher blieben die Forderungen nach einem Tempolimit von 70 km/h und neuen Radwegen jedoch unbeantwortet.






