Erfurt und Ex-Intendant Montavon nähern sich einer außergerichtlichen Einigung
Hans D. FinkeErfurt und Ex-Intendant Montavon nähern sich einer außergerichtlichen Einigung
Erfurts ehemaliger Theaterintendant Guy Montavon könnte seinen Rechtsstreit mit der Stadt außergerichtlich beilegen. Der Konflikt, der nach seiner überraschenden Entlassung vor über zwei Jahren begann, nähert sich nach jüngsten Vergleichsgesprächen einer Lösung an.
Bürgermeister Andreas Horn informierte vergangene Woche den Ältestenrat des Stadtrats über den Stand der Verhandlungen. Montavon war Anfang 2022 fristlos entlassen worden. Die Stadt warf ihm zunächst Machtmissbrauch und sexuelles Fehlverhalten vor, konzentrierte sich später jedoch auf finanzielle Vergehen als Hauptgrund für die Kündigung.
Mitte März fanden Schlichtungsgespräche statt, in deren Folge beide Seiten eine finanzielle Einigung prüfen. Die vereinbarte Summe soll sich dem Vernehmen nach im mittleren sechsstelligen Bereich bewegen und vor allem ausstehende Gehaltsansprüche aus seiner Zeit als Generalintendant des Erfurt Theaters abdecken.
Zwar gab es eine grundsätzliche Einigung, doch Montavon hat inzwischen eine zusätzliche Forderung gestellt, wodurch sich die Finalisierung verzögert. Kommt es zu einer Vereinbarung, würde er seine Klage auf Wiedereinsetzung zurückziehen. Der Stadtrat könnte den Vergleich bereits im Mai billigen. Scheitern die Verhandlungen, wird der Fall im September vor dem Erfurter Arbeitsgericht weiterverhandelt.
Das Ergebnis der Vergleichsgespräche wird entscheiden, ob der Streit beigelegt wird oder in weitere Gerichtsverhandlungen mündet. Eine Entscheidung wird in den kommenden Wochen erwartet; der Stadtrat soll dann über die Konditionen befinden. Der Konflikt dauert bereits mehr als zwei Jahre – seit Montavons Entlassung.






