29 March 2026, 16:22

Kohleausstieg in Gefahr: Merz fordert längere Laufzeiten für Kraftwerke trotz Klimaziele

Eine Gruppe von Menschen mit einem Transparent mit der Aufschrift "Fuck You Coal" vor dem Reichstaggebäude in Berlin, Deutschland, mit sichtbaren architektonischen Details des Gebäudes, einem Fahrrad in der Nähe, Bäumen, einem Fahnenmast und einem bewölkten Himmel.

Kohleausstieg in Gefahr: Merz fordert längere Laufzeiten für Kraftwerke trotz Klimaziele

Deutschlands Kohleausstieg droht Verzögerung – Merz plädiert für längere Laufzeiten von Kohlekraftwerken

Der geplante Kohleausstieg in Deutschland könnte sich verzögern, nachdem Bundeskanzler Friedrich Merz eine Verlängerung der Laufzeiten von Kohlekraftwerken ins Spiel gebracht hat. Seine Äußerungen fallen in eine Phase, in der Brandenburg massiv auf erneuerbare Energien setzt – Wind- und Solarstrom decken dort mittlerweile mehr als die Hälfte des Strombedarfs. Die Debatte zeigt die Spannung zwischen Energiesicherheit und Klimazielen.

Seit 2010 hat sich Brandenburgs Energiemix grundlegend gewandelt. Bis 2025 stammten bereits 54,9 Prozent der Stromerzeugung aus erneuerbaren Quellen, die insgesamt 22.632 GWh der 41.222 GWh produzierten. Windkraft lag mit 33,8 Prozent (13.946 GWh) vorn, wenn auch mit einem Rückgang von 4,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die Solarenergie legte dagegen um 15,1 Prozent zu und erreichte 14,6 Prozent (6.019 GWh), während der Kohleanteil weiter schrumpfte.

Die Bundesregierung hat mit dem Energieunternehmen LEAG bereits eine Entschädigung von rund 1,75 Milliarden Euro für den Kohleausstieg vereinbart. Gleichzeitig baut LEAG seine erneuerbaren Projekte in der Lausitz aus, einer Region, die stark vom Braunkohleabbau abhängt. Das Land strebt bis 2040 eine Kapazität von 15 GW Wind- und 33 GW Solarenergie an.

Kanzler Merz argumentierte, dass Kohlekraftwerke aufgrund der anhaltenden Energiekrise möglicherweise länger in Betrieb bleiben müssten. Zudem forderte er einen beschleunigten Bau von Gaskraftwerken, um die Stromversorgung Deutschlands abzusichern. Sein Vorstoß könnte den geplanten Kohleausstieg aufschieben – und stößt bei Umweltschützern auf scharfe Kritik.

Die Grünen reagierten mit einem Appell an Brandenburgs Ministerpräsidenten Dietmar Woidke (SPD), jede Verzögerung abzulehnen. Sie betonten, wie wichtig es sei, Zusagen an die Beschäftigten einzuhalten und die Investitionen in den Strukturwandel der Lausitz fortzuführen.

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Merz' Vorschlag, die Kohlenutzung zu verlängern, setzt Brandenburgs Transformationspläne unter Druck. Zwar hat das Land bei den erneuerbaren Energien Fortschritte gemacht, doch Sorgen um die Versorgungssicherheit gefährden nun den Zeitplan für den Ausstieg. Da bereits 1,75 Milliarden Euro für LEAGs Kohleausstieg bereitstehen, würde jede Verzögerung neue Verhandlungen erfordern – und könnte die langfristigen Klimaziele gefährden.

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