Ölpreise explodieren: Industrie und Regierung kämpfen mit Rekordkosten seit Ukraine-Krieg
Hans D. FinkeÖlpreise explodieren: Industrie und Regierung kämpfen mit Rekordkosten seit Ukraine-Krieg
Ölpreise schnellen auf höchstes Niveau seit dem Ukraine-Krieg 2022 – Industrie und Regierung unter Druck
Die Ölpreise sind auf den höchsten Stand seit dem Beginn des Ukraine-Kriegs 2022 gestiegen und setzen Industrie und Regierungen gleichermaßen unter Druck. Die Nordsee-Sorte Brent notiert mittlerweile bei rund 113 US-Dollar pro Fass, während die OPEC-Preise bei etwa 143 Dollar liegen. Der starke Anstieg folgt auf die eskalierenden Spannungen in der Iran-Krise, die die Kosten in den letzten Monaten um bis zu 70 Prozent in die Höhe getrieben haben.
Deutsche Unternehmen wie Thyssenkrupp spüren die Belastung besonders: Die Aktie des Konzerns stürzte auf ein 52-Wochen-Tief von 7,46 Euro ab – ein Rückgang um 44 Prozent gegenüber dem Höchststand im Oktober. Unterdessen bereitet die Bundesregierung Notfallmaßnahmen vor, darunter ein Entlastungspaket für Spritpreise sowie die Freigabe staatlicher Ölreserven, um die Versorgung zu stabilisieren.
Iran-Krise treibt Preisspirale an Der jüngste Preisschub begann mit der Zuspitzung der Iran-Krise, wo die angespannt Lage im Nahen Osten und die Risiken rund um die Straße von Hormus den Brent-Preis an einem einzigen Tag um 29 Prozent nach oben trieben. Zeitweise näherten sich die Notierungen der Marke von 120 Dollar pro Fass – ein Anstieg um 40 bis 70 Prozent gegenüber dem Vorkrisenniveau. Experten warnen nun, dass die Preise monatelang auf einem hohen Niveau zwischen 120 und 150 Dollar verharren könnten, falls sich die Spannungen zwischen den USA und dem Iran weiter verschärfen.
Thyssenkrupp in der Kostenfalle Für Thyssenkrupp hat die Preisspirale schwerwiegende Folgen: Die Produktionskosten sind explodiert, und der Aktienkurs des Konzerns brach innerhalb der letzten 30 Tage um etwa 31 Prozent ein. Hinzu kommt der Druck durch billige Importe, der zu Produktionskürzungen am französischen Standort zwang. Der aktuelle Aktienkurs liegt bei 7,46 Euro – fast 44 Prozent unter dem Oktober-Hoch von 13,24 Euro.
Regierung reagiert mit Notfallplänen Angesichts der Energiekrise hat Bundeskanzler Friedrich Merz Zweifel am geplanten Kohleausstieg bis 2038 geäußert. Parallel dazu finalisiert die Regierung ein Entlastungspaket, um die Spritpreise zu senken, und wird staatliche Ölreserven anzapfen, um die Versorgungssicherheit zu gewährleisten.
Solange die Ölpreise nicht sinken und der Importdruck anhält, dürfte die Thyssenkrupp-Aktie weiter unter erheblichem Druck bleiben. Die Maßnahmen der Bundesregierung zielen darauf ab, die Belastungen für Unternehmen und Verbraucher abzufedern. Doch mit Brent bei rund 113 Dollar und OPEC-Preisen bei 143 Dollar könnte sich die wirtschaftliche Belastung noch über Monate hinziehen.






