Wasserstoff-Offensive in Deutschland: Milliarden fließen – doch Projekte stocken
Hans D. FinkeWasserstoff-Offensive in Deutschland: Milliarden fließen – doch Projekte stocken
Deutschlands Wasserstoff-Offensive stockt trotz hoher Fördergelder
Trotz beträchtlicher finanzieller Mittel kommt Deutschlands Vorstoß in die Wasserstoffenergie nur langsam voran. Bis Ende 2025 blieben große Teile der für Forschung und Infrastruktur bereitgestellten Gelder ungenutzt. Experten zweifeln inzwischen daran, ob Wasserstoff eine zentrale Rolle bei der Wärmeversorgung oder im Verkehr spielen wird – zu hoch sind die Kosten, zu gering die Nachfrage.
Die Bundesregierung hatte bis 2025 fast 142 Millionen Euro für Energieforschungsförderungen vorgesehen. Davon wurde zwar mehr als die Hälfte abgerufen, doch andere Wasserstoffprojekte hinkten hinterher. Von den 120 Millionen Euro, die für Elektrolyseur-Vorhaben in den Jahren 2024 und 2025 bewilligt waren, flossen lediglich 4,1 Millionen Euro tatsächlich.
Besonders schwach war die Nachfrage nach Fördergeldern für Wasserstofftankstellen. Zwischen 2018 und 2025 wurden von den vorgesehenen 61 Millionen Euro nur 16,3 Millionen Euro ausgezahlt. Zudem gaben Empfänger 9 Millionen Euro zurück, weil geplante Projekte nicht realisiert wurden. Das Tankstellenprogramm wurde inzwischen eingestellt – weit entfernt vom Ziel von Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger, der einst 100 Stationen anstrebt. Gebaut wurden gerade einmal 20.
Die Regierung konzentriert sich nun auf ein Wasserstoff-Kernnetz, das vor allem industrielle Abnehmer bedienen soll – statt auf breitere Anwendungen. Energieexperten bleiben skeptisch, ob sich Wasserstoff für Heizungen oder Autos durchsetzen wird, angesichts der hohen Produktionskosten. Selbst bei heimischen Anstrengungen bliebe Deutschland bei einem erheblichen Teil seines Bedarfs auf Importe angewiesen – ähnlich wie heute beim Erdgas.
Die zögerliche Umsetzung der Wasserstoffprojekte offenbart die Kluft zwischen Fördergeldern und tatsächlicher Nachfrage. Da nun die Industrie im Fokus steht, scheint ein Durchbruch in anderen Bereichen unwahrscheinlich. Auch die Abhängigkeit von Importen wird voraussichtlich bestehen bleiben – ein Muster, das sich bereits im bisherigen Energiehandel zeigt.






